Ramona Jähnke und Willem Friedrich Jasper – „Drei Namen – ein Gewinn“

  • Typ: sportlicher Friesenwallach
  • Ausbildung: Solide geritten in Dressur, im Gelände und in der Show, einspännig gefahren
  • Einsätze in den Shownummern: große-Dressur-Quadrille, Power auf zwei Rädern – die Sulky Fahrquadrille, Mitternacht – die magische Lichtshow, S/W-Quadrille, die fliegenden Teppiche u.v.m.

Heute möchte ich Euch meine Geschichte erzählen, wie Willem Friedrich Jasper und ich zueinander und zur Ostsee-Quadrille gefunden haben. Zum ersten Mal traf ich Jasper auf einer verwilderten Wiese im Sommer 2012. Meine beste Freundin wollte meine Meinung zum Kauf einer Stute wissen. Der damalige Besitzer pfiff und zwei schwarze Perlen kamen, wie im Film, mit herrlicher Hintergrundkulisse bei untergehender Sonne den Berg zu uns hinauf galoppiert. Die Mähnen wedelten im Wind und beide blieben schnaubend brav vor uns stehen…. An dieser Stelle möchte ich einfügen, dass ich zur Reiterei bereits mit 12 Jahren gekommen bin. Ich lernte im Reitverein mich auf buckelnden Ponys zu halten und ritt viele Jahre Pferde von Bauern in unserer Region Uckermark. Erst während meines Studiums in Jena, 10 Jahre später, bekam ich qualifizierten Dressurunterricht auf einer jungen Friesenstute und war fasziniert von der Sanftheit dieser schweren Rasse. 2001 erfüllte ich mir auch den Traum vom eigenen Pferd, allerdings mit meinem Halbblüter „Jäger-Meister“. Sicher werden Sie sich jetzt fragen: Warum keinen Friesen? Weil ich erst mal von einer großen Springkarriere träumte und den Rat von Pferdefreunden befolgte. Nachdem ich viele Jahre erfolgreich nur auf Dressurturnieren unterwegs war und immer mal wieder auch ein Pflege- oder Zweitpferd hatte, traf ich nun auf Willem Friedrich Jasper und verliebte mich spontan. Unser erster Proberitt war die reinste Katastrophe. Steif, wie ein Brett und ohne Anlehnung, tänzelte Friedrich im Schritt eine Runde über die Koppel. Mir war völlig egal, dass er nur auf Pfiff angaloppieren konnte, denn ich hatte endlich einen Friesen unter mir! „Mit 5 Jahren ist doch noch alles möglich zu lernen?! Meisterchen habe ich schließlich auch 6-jährig gekauft und selbst ausgebildet…“, dachte ich selbstbewusst. Zusammen mit der Stute ging es ins neue Heim in die gewohnte Offenstallhaltung. Jeden Tag waren wir zusammen. Ich lernte sehr schnell, dass es große Unterschiede zwischen meinem zarten Halbblüter und dem kräftigen Friesen gab. Dieses neue Tier an meiner Seite war alles andere als toll. Dickköpfig rannte er mich auf der Koppel beinahe um und drohte mir, nur weil ich etwas Futter bei mir hatte. Diese Fressgier machte ich mir schnell zu nutzen. Als Anwenderin der Pferdesprache großer Vorbilder wurde ich zum Leittier meines schwarzen Traumes mit Vertrauen bei allen Dingen. Unter dem Sattel zeigte sich Friedrich talentiert und lernte schnell. Auch vor der Kutsche gab er ein gutes Fahrpferd, nach nur wenigen Vorübungen, ab. Bereits nach einigen Monaten haben wir durch abwechslungsreiche Trainingsarbeit sein schwungvolles Gangwerk entwickeln können. Mit großer Freude an Stellung und Biegung, inklusive gelernter Galopphilfe, bewarben wir uns 2014 bei der Ostsee-Quadrille und durften zum Probetraining mit anderen Artgenossen auf einem benachbarten Reiterhof. Erstmalig umgeben von vielen Friesen integrierte sich Willem gut in die kleine Formation und durfte zunächst bei den Youngsters kleinere Auftritte erfolgreich mitmachen. Nach einem Jahr wurden wir in die große Ostseequadrille aufgenommen. Hierfür möchte ich mich in erster Linie bei meinem Friesen bedanken. Ohne ihn wäre dieser Traum nie in Erfüllung gegangen.

 

Ein Bericht von Ramona Jähnke