Barbara Rennert-Pape und Valiente- „Unverhofft kommt oft“

  • Typ: leichter PRE-Wallach, Schimmel
  • Ausbildung: klassische Dressur, wird gerade eingefahren, toller Freizeitpartner
  • Einsätze in den Shownummern: S/W Quadrille, Kaleidoskop u.v.m.

 

Valiente ist mir einfach so passiert und das ist gut so.

Mich erreichte ein Aufruf einer Trainerin, die für das Pferd einer Schülerin ein neues zu Hause suchte. Ein Bild zeigte einen hübschen eher zierlichen PRE-Wallach. Ich hatte schon zwei Pferde und ein drittes war überhaupt nicht geplant, doch mein Bauchgefühl trieb mich dazu mich zu melden. In einem langen Telefonat erfuhr ich die ganze Geschichte. Eine junge Frau wollte sich den Traum vom eigenen Pferd erfüllen, ging zum Händler, bekam einen sedierten Spanier angedreht und war dann zu Hause mit dem Pferd völlig überfordert. Musste auf Grund einiger Umstände auch mehrfach mit dem Pferd umziehen, so dass beide nach einem halben Jahr nervlich völlig fertig waren. Da sie das Pferd trotzdem mochte und nicht wollte das er zum Wanderpokal wurde suchte sie für ihn ein gutes zu Hause. Mich ließ diese Geschichte nicht mehr los. Ich beschloss, mir das Pferd anzusehen. Ich fuhr nach Bielefeld und lernte zwei unglaublich nette Frauen kennen, deren ganzes Bestreben dem Wohle des Pferdes galt.

 

Wir fuhren in den Stall und ich traf Valiente zum ersten Mal. Von Kindesbeinen an liebte ich Schimmel und mein Mädchentraum war immer ein „Andalusier“, stolz und mit Kraft im Blick. Doch in der Box vor mir stand ein Häufchen Elend. Viel zu dünn, mit einem Matschauge und nervlich am Ende. Es brach mir das Herz, alles in mir schrie „Nimm ihn mit!“ Gesagt, getan. Zu Hause angekommen lernte er langsam den Rest meiner Herren-WG kennen. Mein Friesenhengst nahm sich seiner an und mit seiner Gelassenheit beruhigte er ihn und gab ich Sicherheit.  Ein halbes Jahr machten wir nichts anderes als Füttern, Putzen und Ruhe ausstrahlen. Inzwischen waren auch noch zwei Absetzer eingezogen, für die er sofort die Onkelrolle übernahm. Nach dem halben Jahr bemerkte ich eine kolossale Veränderung an Valiente. Aus dem Häufchen Elend wurde ein schönes Pferd. Das Gewicht stimmte, durch die Spielerei mit dem Jungvolk bildeten sich auch die richtigen Muskeln. Die Sicherheit in der Herde und sein wachsendes Vertrauen in mich führten zu einem wachen, ruhigen Blick. Der stolze Spanier erwachte. Langsam begannen wir mit der reiterlichen Arbeit. Ich wusste nichts über den Ausbildungsstand von Valiente und tastete mich vorsichtig  von Lektion zu Lektion. Er zeigte deutlich was er konnte und was nicht, wo noch seine körperlichen oder nervlichen Beschwerden lagen.  Doch wir wuchsen immer besser zusammen. Seine Besitzerin kam ihn Besuchen und erkannte ihr Pferd nicht wieder. Kurze Zeit darauf bekam ich Post. Es waren ein langer Brief und seine Papiere. Sie war glücklich, dass es ihm bei mir so gut geht und schenkte ihn mir. Ich las den Brief mehrfach und konnte es nicht fassen – mein Mädchentraum wurde wahr!

 

Inzwischen ist Valiente aus meinem Leben nicht mehr wegzudenken. Aus dem ängstlichen verunsicherten Etwas ist ein stolzer, kräftiger PRE  geworden. Er ist gelehrig,  versucht mir immer zu gefallen und schmust für sein Leben gerne. Seine Ausbildung schreitet stetig voran und inzwischen ist er sogar eingefahren und geht ein- bis vierspännig vor dem Wagen. Ein gelassenes Allroundpferd.

 

Danke das du in mein Leben gestolpert bist.

 

Ein Bericht von Barbara Rennert-Pape